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News und Pressemitteilungen

Realschule Wernau

Autor: Huber
Artikel vom 29.07.2020

15 Jahre war Katharina Rebmann Schulleiterin der Realschule Wernau. Sie hat die Schule mit ihren knapp 450 Schülerinnen und Schülern durch die Generalsanierungsphase geführt und sie zur Ganztagesschule ausgestaltet. Zusammen mit vielen Ehrenamtlichen, Eltern, ehemaligen Schülern, mit der Unterstützung des Fördervereins der Schule und in Kooperation mit der Musikschule Wernau hat sich das Catstone-Festival als Jugendkulturevent in all den Jahren einen Namen gemacht und ist zum Markenzeichen der Schule geworden. Zum Ende des Schuljahres hat Katharina Rebmann jetzt die Türen des Schulzentrums auf dem Katzenstein hinter sich geschlossen, denn die 52-Jährige, die aus dem Bodenseekreis stammt, wechselt als Schulrätin zum Staatlichen Schulamt nach Stuttgart.  Wir haben uns mit ihr über ihren nahenden Abschied von Schülern und Kollegen, ihr berufliches Leben und die aktuelle Situation mit der Corona-Pandemie unterhalten. Das Interview führte unser Redaktionsmitglied Sylvia Schmid.

Frau Rebmann, die Schulen nehmen nach und nach wieder den Betrieb auf. Wie geht es Ihnen damit?

Es ist sehr wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler weiterhin durchgängig beschult werden, so wie es uns bisher ja auch gelungen ist. Ob im Präsenzunterricht oder im Fernlernunterricht ist dabei abhängig vom Infektionsgeschehen. Die Bildung unserer Kinder darf Corona nicht zum Opfer fallen.

Wie haben Sie den Lockdown der vergangenen Wochen erlebt?

Die Unterrichtssituation in den Fernlernunterricht zu transferieren, war für uns, dank unserer Ausstattung und einem „digitalisierten Kollegium“ nicht sehr schwer, nur extrem zeitintensiv. Schade war dabei der Wegfall aller außerunterrichtlichen Veranstaltungen, beispielsweise fanden unser jährlicher Paris-Austausch, einiger Schullandheime und Studienfahrten nicht statt. Das war sehr schade. Am Härtesten, glaube ich, hat uns aber alle der Wegfall unserer täglichen Gemeinschaft, der Berufspraktikas, des jährlichen Catstone-Festivals getroffen.  Aber in diesen Zeiten gab und gibt es Schlimmeres.

In Zeiten von Corona wird vielen Eltern klar, was Lehrer leisten, dennoch wird Kritik laut. Haben Sie solche Situationen erlebt?

Wir haben sehr viel Lob und Dank von Seiten der Eltern und Schülerinnen und Schüler bekommen für das schnelle Umschalten auf Fernlernangebote und die Erreichbarkeit der Lehrkräfte und deren Unterstützungsmaßnahmen, so dass wir nahezu nahtlos den Unterrichtsstoff weiter vermitteln konnten und durchgängig im Kontakt mit unseren Kindern waren. Zumindest zu all denen, die den Kontakt zugelassen und/oder gesucht haben. Auch für die Eltern waren wir dank unserer Schulcloud und über E-Mail erreichbar. Die Kritik konnte man an den Fingern abzählen und war eher individueller Natur.

Wie wird Ihr Abschied aus der Schule aussehen? Ein "normal" wird es diesmal sicher nicht geben.

Ich konnte mich von meinen Schülerinnen und Schülern bei der Zeugnisausgabe kurz persönlich verabschieden. Ebenso von den Lehrern. Eine Verabschiedung von Schulleitungen im größeren Rahmen ist im Moment nicht erlaubt. Am Freitag werde ich mich noch von Bürgermeister Armin Elbl verabschieden können. Sonst lief viel über das Telefon, E-Mail und so weiter. Außerdem hat mir meine Lehrerschaft, das Team der Schulsozialarbeit und Vertreterinnen und Vertreter der Stadt als Schulträger und andere „Externe“ mit Unterstützung von David Adolf einen Film zusammengestellt. In der digitalen Botschaft haben sich viele virtuell von mir verabschiedet.

Wollten Sie schon als Kind Lehrerin werden?

Nein. Ganz und gar nicht. Ich wollte immer Chemieingenieurin werden. Erst kurzfristig habe ich mich dann für das Lehramt an Realschulen entschieden, obwohl ich meinen Studienplatz in Chemie schon hatte.

Was war Ihr Lieblingsfach? Welche Fächer unterrichteten Sie?

Mein Lieblingsfach in der Schule war Chemie. Selbst unterrichtet habe ich Mathematik, Chemie, Biologie und später hier in Wernau, Ethik. Ethik wurde dann auch zu meinem liebsten Unterrichtsfach.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang gewesen?

Eigentlich eher klassisch: Studium, Referendariat, dann habe ich zwei Jahre als Erzieherin im Internat gearbeitet. Danach bin ich zurück in den Schuldienst, später war ich im Schulleitungsteam, wurde dann Konrektorin in Nürtingen an der Neckarrealschule und anschließend hier Schulleiterin.

Haben Sie irgendetwas bereut?

Nein. Ganz und gar nicht. Jede Station war sehr spannend und ich konnte und durfte sehr viel lernen und neue Erfahrungen sammeln.

Mit welchen Erwartungen sind Sie in die Position als Schulleiterin gegangen?

Ich wollte eine moderne, innovative Schule leiten und einen Ort schaffen, an dem sich alle angenommen fühlen, und qualitativ hochwertig gearbeitet wird. Auf allen Seiten…

Was wurde durch Sie an der Realschule Wernau beeinflusst? Was konnten Sie auf den Weg bringen? Welche Werte waren und sind Ihnen wichtig?

Durch mich, ist mir etwas zu groß. Wir alle haben gemeinsam durch die Keyboardklassen und das Bandcoaching das Catstone-Festival entstehen, wachsen und gedeihen lassen. Wir sind offene Ganztagesschule geworden, arbeiten nach hohen Qualitätsstandards, leben in einem wunderschönen funktionalen Schulhaus, das komplett generalsaniert ist und unsere Verwaltung ist schon nahezu papierlos. Digitalisierung - auch im Unterricht - ist nicht nur eine Worthülse, sondern unser klares Anliegen, an dem wir täglich weiterarbeiten.

Welche Erwartungen haben sich (noch) nicht erfüllt?

Jugendhausleiter Holger Kaufhold und ich hatten immer die Vision, dass das Jugendhaus Kiwi auf den Katzenstein kommt und wir dann den Quartiersgedanken verwirklichen könnten. Ein Quartier für Jung und Alt auf dem Katzenstein. Vielfältig genutzt zum Vorteil aller.

Was war Ihr schönstes Projekt?

Das Catstone-Festival und der Parisaustausch waren meine jährlichen Highlights. Die Gebäude der Schule bei den Baumaßnahmen selbst mitgestalten zu dürfen war ein echtes Geschenk.

Was an Ihnen wird den Schülern und Eltern an der Realschule in Erinnerung bleiben?

Ich glaube nicht, dass es hier eine kollektive Erinnerung geben wird. Jeder trägt seine eigenen Erinnerungen in sich. Die einen werden positiv sein und die anderen negativ.

Welches Ereignis ist Ihnen besonders in Erinnerung?

Vor einiger Zeit, an unserer Fasnetsfeier, hat mir die gesamte Schüler- und Lehrerschaft, einen Flashmop geschenkt, den sie alle zusammen, heimlich in meiner Abwesenheit, eingeübt haben. Einfach so, ohne speziellen Anlass und völlig überraschend. Das hat mich sehr gerührt.

Was waren die schwierigsten Momente?

Die Situationen, in denen es um schwere Schicksalsschläge von Schülerinnen und Schülern ging.

Gibt es schon einen Nachfolger?

Nein. Simon Olbert, der Konrektor, und Mario Brauch, ein Lehrer der Realschule, werden die Schule im kommenden Schuljahr kommissarisch leiten. Im Herbst wird die Stelle dann ausgeschrieben und es folgt ein ordentliches Bewerberverfahren.

Kehren Sie Wernau ganz den Rücken?

Nein, ganz sicher nicht. Bei den Wernauer Narren wird mein Platz im Hexenbus auch weiterhin besetzt sein. Außerdem verbindet mich nach 15 Jahren der gemeinsamen Fürsorge für die Realschule Wernau sehr viel mit Wernau, so dass ich im privaten Kontext immer wieder auftauchen werde.

Wie sieht die Zukunft aus? Wie sieht Ihr Alltag jetzt beim Staatlichen Schulamt Stuttgart aus?

Mein Alltag im Schulamt wird sich grundlegend unterscheiden. Er wird planbarer sein und ich werde deutlich weniger persönlichen Kontakt mit Menschen haben. Sehr wenig Kontakt zu Schülerinnen und Schülern. Rund 120 Schulen zählen zum Staatlichen Schulamt Stuttgart. Ich werde in viele Schulen Einblick erhalten, originär werde ich für die Realschulen zuständig sein.

Was raten Sie Ihren Schülern für die Zukunft?

Egal was die Zukunft bringt. Aufgeben ist keine Alternative.