Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
Themenschwerpunkte: Familien Senioren Wirtschaft Hilfen
Mediathek:

Mediathek

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum.

Hauptbereich

Rathaus Aktuell

VERA startet Bürgerbeteiligung zur Mobilität in Wernau

Autor: Huber
Artikel vom 11.09.2019

Im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses sollen die Wernauer Bürgerinnen und Bürger sagen, wo sie der mobile Schuh drückt. Der Fokus liegt auf Maßnahmen, die dann auch umgesetzt werden können.

In punkto Mobilität hat die Stadt schon einiges vorzuweisen: Wernau verfügt über einen S-Bahn-Anschluss und den Stadtbus, der die Schiene im Halbstundentakt anschließt. Am Bahnhof gibt es kostenlose Park-and-Ride-Plätze. Ein Leihfahrrad-Angebot steht kurz vor der Umsetzung. Der Bürgerbus „s’ Busle nimmt zweimal die Woche Fahrt auf, um Menschen ohne Auto zum Arzt, zur Apotheke oder in die Einkaufsläden zu chauffieren. Wernau liegt direkt am Neckartalradweg und hat ein gut ausgebautes Fußwegenetz. Autofahrer freuen sich über die vor der Haustüre liegende Bundesstraße 313, die sowohl zur Bundesstraße 10 nach Stuttgart oder Ulm, als auch an die Autobahn A 8 Stuttgart-München Anschluss bietet. Kurz: Im „Verkehrsschatten“ liegt Wernau nicht. Dennoch: „Wernau macht mobil“. So lautet das Motto einer breit angelegten Bürgerbeteiligung, in der Ideen für eine bessere Mobilität auf den Tisch kommen sollen.

„Nichts ist so gut, als dass man es nicht verbessern könnte“, sagt Bürgermeister Armin Elbl. 1.000 Bürgerinnen und Bürger sind angeschrieben worden, um in einer Reihe von moderierten Workshops ihre Vorstellungen zur Zukunft der Mobilität in der Stadt auf den Prüfstand zu stellen. Den Anstoß zu der Mobilitätsoffensive hat nicht die Stadtverwaltung, sondern die Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung, die das Seniorenzentrum St. Lukas in der Stadt betreibt, in Zusammenarbeit mit dem angegliederten Netzwerk VERA – vernetzt und aktiv im Alter, gegeben.

Auch wenn der Impuls aus dem Umfeld des Seniorenzentrums kommt, verfolgt das Projekt „Wernau macht mobil“ einen generationsübergreifenden Ansatz. „Wir wollten keine Insellösung für die Generation 65 plus, sondern die gesamte Wernauer Bürgerschaft an der Diskussion beteiligen“, sagt die VERA-Koordinatorin Andrea Albig, bei der die organisatorischen Fäden des Projekts zusammenlaufen. Das auf Personal- und Organisationsentwicklung spezialisierte Beratungsbüro Maile und Partner aus Nürtingen hat in ihrem Auftrag das Konzept für den fünf Schritte umfassenden Beteiligungsprozess gefertigt.

Damit mehrere Altersgruppen vertreten sind, hat die Stadt eine gewisse Vorauswahl ermöglicht: so sind junge Leute zwischen 14 und 21 Jahren angefragt worden, junge Familien, 50- bis 65-Jährige, die Gruppe 65 plus sowie Neubürgerinnen und Neubürger. Andrea Albig rechnet mit rund 200 Zusagen, die ersten liegen schon vor.

Zufallsbürger arbeiten in Workshops | Öffentliche Abschlussveranstaltung

Am Dienstag, 1. Oktober, kommen diese Bürger im Quadrium zusammen und bringen die „Bürgerideen für eine bessere Mobilität“ vor. Am 7. Oktober sind Vereine, Verbände und andere Nutzer der Mobilitätsangebote ins Quadrium eingeladen. Im dritten Workshop am 9. Oktober in der Pfarrscheuer St. Erasmus tauschen sich die Initiatoren mit den Mobilitätsanbietern aus. Die Ergebnisse aus den drei Workshops werden dann am 21. Oktober mit allen Beteiligten im Quadrium diskutiert. Am 6. November werden die Ergebnisse präsentiert. Zu dieser Abschlussveranstaltung sind alle Wernauerinnen und Wernauer ins Quadrium eingeladen.

Ergebnisorientierter Ansatz

„Am Schluss muss was rauskommen“, formuliert Moderator Michael Maile den Anspruch. Um diesen Anspruch auch einzulösen, werde jede vorgeschlagene Maßnahme auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. „Das ist Teil des Prozesses und baut falschen Erwartungen vor“, sagt Maile.

„Es ist ja nicht so, dass wir uns bisher noch nicht mit der Fragestellung beschäftigt hätten. Aber möglicherweise kommen auch Ideen auf den Tisch, an die wir bisher nicht gedacht haben“, so der Bürgermeister. Mittel zur Umsetzung möglicher kostenträchtiger Mobilitätsvorschläge hat die Stadt für das Haushaltsjahr 2020 noch nicht einplant. „Wir warten ganz gelassen, was auf uns zukommt“, sagt der Rathauschef. Bewegten sich die Wünsche in größeren Dimensionen, müsste ohnehin der Gemeinderat entscheiden. Man müsse auch nicht gleich mit Millionen-Investitionen kommen, meint Andrea Albig. Manch kleine Veränderung bringe ja auch Verbesserungen, und seien es nur ein paar Sitzbänke, die älteren Menschen den Fußweg zum Arzt oder zum Einkauf erleichtern. Wenn alle zusammenkämen – Mobilitätsanbieter und Nutzer, erreiche man vielleicht auch mehr Verständnis füreinander.

Das Projekt „Wernau macht mobil“ wird mit 4.000 Euro unterstützt von der Initiative „Allianz für Beteiligung“, die von vier Landesministerien getragen wird.

Text | Fotocollage: Sylvia Schmid | Foto: Karin Ait Atmane