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Brand auf dem Aussiedlerhof

Autor: Huber
Artikel vom 07.11.2018

Es war ein beeindruckendes Beispiel bestmöglicher Kooperation: Die Wernauer Erlenhöfe waren Schauplatz der ersten gemeinsamen Großübung von sechs Feuerwehren aus dem mittleren Neckartal, bei der die neu ausgetüftelte Alarm- und Ausrückordnung getestet wurde. 140 Aktive und 20 Fahrzeuge waren am vergangenen Samstagnachmittag im Einsatz, um unter realen Bedingungen den Ernstfall zu proben. Eine besondere Herausforderung lag dabei im Löschwasseraufbau über lange Wegstrecken zu dem Bauernhof im Außenbereich zwischen Wernau und Wendlingen. Der spektakuläre Aufmarsch der Rettungskräfte lockte über 200 neugierige Zuschauer an den sonst so beschaulichen Ort am Stadtrand. 

Szenario der Hauptübung, bei der die sechs Feuerwehren aus Wernau, Wendlingen, Köngen, Oberboihingen, Unterensingen und Kirchheim, die DRK-Bereitschaften Wendlingen und Wernau und die Polizei Kirchheim beteiligt waren, war ein Brand in einer Lager- und Gerätehalle des landwirtschaftlichen Anwesens, zu dem neben einer Schweinefarm mit 700 bis 800 Tieren auch Pferdestallungen, ein Hofverkauf mit Metzgerei und eine Motorradwerkstatt gehören. „Ein Ort mit sehr hohem Gefahrenpotenzial“, fasst Einsatzleiter und stellvertretender Kommandant aus Wendlingen Marc Morawsky zusammen. Priorität habe die Menschenrettung. Bei der Brandbekämpfung liege das Augenmerk darauf, das Feuer bestmöglich abzuriegeln und ein Übergreifen auf die angrenzenden Gebäude und Stallungen zu vermeiden.

Mehrere vermisste Personen, die von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Wendlingen gemimt wurden, mussten auf dem weitläufigen Gelände gesucht und geborgen werden. Mit Rauchvergiftung wurden sie zur weiteren medizinischen Versorgung an die Rettungskräfte des Roten Kreuzes aus Wernau und Wendlingen übergeben. Ein Mitarbeiter des Hofs lag leblos auf dem 18 Meter hohen, brennenden Getreidesilo. Um ihn zu retten, kam die Drehleiter aus Kirchheim zum Einsatz.

Schwierige Löschwasserversorgung

50.000 Liter Wasser fassen die Wasser-Silos auf den Erlenhöfen. Weil das im Ernstfall bei Weitem nicht ausreicht, „muss das Wasser sinnvoll und gezielt eingesetzt werden, bis die externe Löschwasserversorgung steht“, sagt Wernaus Kommandant Rainer Märsch, der den Zuschauern den Übungsablauf erklärte. Um die begrenzte Wassermenge zu kompensieren, lag für die Floriansjünger aus Wernau und Köngen die Schwierigkeit darin, über eine rund 1,2 Kilometer lange Strecke eine doppelte Schlauchleitung von den nächstgelegenen Hydranten bei der Ziegelei und an der Humboldtstraße zum vermeintlichen Brandort zu legen. Stadtauswärts wurden die Schläuche entlang der Feldwege ausgerollt. „Die erste Phase ist Manpower, bis alles steht“, weiß Märsch. Die erste Leitung war 49 Minuten nach der Alarmierung verlegt. Letztlich flossen bis zu 5.400 Liter Wasser pro Minute durch die Rohre. Um einen Puffer zu haben, baute die Feuerwehr Wendlingen parallel einen 20.000 Liter fassenden Wasserbehälter bei den Erlenhöfen auf, der im Pendelverkehr zwischen Wendlingen und den Erlenhöfen mit vier Tanklöschfahrzeugen befüllt wurde. Als um 15.18 Uhr das Signal „Wasser halt“ von der Einsatzleitung kam, waren zum Löschen des angenommen Brandes rund 200.000 Löschwasser geflossen.

Im Wendlinger Feuerwehrmagazin fand im Anschluss an die Übung eine Lagebesprechung statt. Die beiden Kommandanten der für die Hauptübung federführenden Feuerwehren aus Wernau und Wendlingen, Rainer Märsch und Miroslav Jukic, freuten sich über das rege Interesse und die zahlreichen Zuschauer, die das Geschehen mitverfolgten. „Der Beckenaufbau und das Verlegen der Wasserleitungen waren logistische Aufgaben, die mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen haben, stellten Märsch und Jukic fest. „Da müssen wir nachrüsten“. Außerdem sei der Funkverkehr schlecht gewesen, was zu Kommunikationsschwierigkeiten und Verzögerungen in anderen Bereichen geführt habe. Die Erkenntnisse der Übung sollen nun in den Alarmplan einfließen, weitere größere Tankwagen der Stadt Kirchheim sollen eingebunden werden.

Lob von den Bürgermeistern

Eine Übung in dieser Konstellation gab es noch nie. Bürgermeister Armin Elbl freute sich, dass die Feuerwehren im Neckartal interkommunal so eng und effizient zusammenarbeiten. „Das sichert schnelle und professionelle Hilfe“, was beruhigend sei. Er betonte die Wichtigkeit solcher Übungen und lobte den hohen Ausbildungsstand der Einsatzkräfte und die gute Ausstattung der Wehren. Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel hält die ständige Zusammenarbeit der Wehren für erforderlich. Auch mit Blick auf den Fahrzeugbestand,  lasse sich die Schlagkraft der Wehren in Zukunft nur gemeinsam gewährleisten. „Die Feuerwehren in der Region sind der Zeit voraus, die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen ist lobenswert.“