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Eine uralte Tradition zu Mariä Himmelfahrt

Autor: Huber
Artikel vom 07.08.2019

Mariä Himmelfahrt ist der Auftakt zur wichtigsten Kräutersammelzeit des Jahres. Reich an Inhaltsstoffen sollen frische Kräuter, die in dieser Zeit gesammelt werden, besondere Heilkraft haben. Vor diesem Hintergrund machen sich Wernauer Frauen kurz vor dem ältesten Fest zu Ehren der Mutter Gottes auf den Weg, um verschiedenste Kräuter zu sammeln.

Bei der Maria-Hilf-Kapelle findet am Donnerstag, 15. August die Kräuterweihe statt.

Die Mitglieder des katholischen Frauenbunds St. Magnus treffen sich alljährlich am 14. August, um Kräutersträuße nach altem Brauch zu binden. „Aus einer Vielzahl gesammelter und gespendeter wohlriechender Heil- und Küchenkräuter fertigen dann viele fleißige Hände über 200 Kräutersträuße“, berichtet Klothilde Fischer. Lavendel, Rosmarin, Schafsgarbe, Salbei, Frauenmantel, Sommerrute und Pfefferminze, aber auch Hafer, Gerste und Weizen – Kräuter, Früchten und manchmal auch ein paar Blumen finden ihr Plätzchen in den duftenden Gebinden.

Traditionell werden die Sträuße am Tag der Kräuterweihe am 15. August - dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel – bei der Maria-Hilf-Kapelle durch Pfarrer Father John Inziku gesegnet. Nach dem Gottesdienst werden die gesegneten Kräutersträuße kostenlos an die Gottesdienstbesucher abgegeben. Die Kräuterbüschel werden umgekehrt zum Trocknen aufgehängt und bis zum nächsten Jahr im Haus, im Herrgottswinkel oder Stall als Schutz vor Krankheiten und Unwetter für Menschen und Tiere aufbewahrt. „Für die katholische Kirche ist die Kräuterweihe Ausdruck für die Achtung vor der Schöpfung, die Heilkraft der Kräuter ist Symbol für Gottes Zuwendung an den Menschen“, erklärt Tischer.

Die Kraft der Inhaltsstoffe und der Segen des Himmels in die Häuser bringen

„Wir wollen die Tradition und die Symbolik des Marienfestes lebendig halten“, betont die Vorsitzende des Frauenbundes St. Magnus, schließlich finde sich das Schöne, was wirklich echt ist, in Bräuchen und Sagen, in der Religion, in Überlieferungen, Sitten und Gebräuchen der Landbevölkerung wieder. Erfreulich sei, dass es langsam anfange, dass dies wieder in größeren Bereichen Fuß fasse und als breites Wissen weitergegeben werde. Viele junge Menschen würden wieder damit beginnen, in ihr Leben, dass zunehmend digitalisiert sei, alte Traditionen einzufügen. „Das hilft, den Kontakt zum Boden, zum Natürlichen nicht zu verlieren“.

Der Kräutergarten: Eine Oase der Ruhe

Der Kräuter- und Gewürzgarten vor der Maria-Hilf-Kapelle ist eine Oase der Ruhe und ein Ort der Besinnung mitten in der Stadt. Gepflegt wird der Garten seit Jahren vom Frauenbund St. Magnus. Man kann es sich kaum noch vorstellen: Die Fläche rund um das älteste Gebäude in Wernau, die 1667 erbaute Maria-Hilf-Kapelle, war bis 1980 ein Friedhof. Jetzt erfreuen dort wohlriechende Kräuter und blühende Blumen die Besucher des Kleinods. Der  historische Ort ist heute ein beliebtes Ziel von Schulklassen und Ausflüglern aus der ganzen Region. Da der Kapellenfriedhof früher der einzige Friedhof im ehemaligen Ortsteil Steinbach war, gab es irgendwann keinen freien Platz mehr. Ende 1980 schloss Wernau den Kapellenfriedhof. Der Kapellengarten in seiner heutigen Form entstand 1992. Unter den fachkundigen Händen des katholischen Frauenbunds St. Magnus ist ein Kräutergarten entstanden.

„Uns ist es wichtig, dass dieser besondere Ort erhalten bleibt und es vielen Leuten eine Freude macht, hier zu sitzen, Ruhe zu finden und sich an den Kräutern zu erfreuen“. Drei bis vier Mal im Jahr treffen sich die Frauen, um die Beete zu hacken, die Kräuter zu schneiden, zu wässern und Unkraut zu jäten, erzählt Klothilde Tischer und lobt dabei die gute, reibungslose Zusammenarbeit mit der Stadt. „Wir sind froh und dankbar, dass uns die Mannschaft vom städtischen Bauhof bei den schweren Arbeiten hilft“. Aktuell hat der Bauhof entlang der ehemaligen Friedhofsmauer zwei Pflanzbeete neu angelegt und bepflanzt. 

Unterstützt werden die Frauen daneben regelmäßig von ihren Männern, die das Gras auf der baumbestandenen Wiese hinter der Kapelle beim Kriegerdenkmal mähen und die Lindenbäume zurückschneiden. Die Männer sind auch eine feste Säule bei der Organisation des Festes, das der Frauenbund an Mariä Himmelfahrt veranstaltet.

Der Frauenbund St. Magnus lädt zu Mariä Himmelfahrt, am Donnerstag, 15. August 2019 ab 14.30 Uhr zum Fest an der Maria-Hilf-Kapelle ein. Es gibt Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Der Gottesdienst mit Kräuterweihe beginnt um 18 Uhr. Anschließend bieten die Frauen traditionell ein Vesper an.

Text: Sylvia Schmid | Fotos: Sylvia Schmid und Achim Mende