Stadt Wernau (Druckversion)
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Stadtgeschichte

Sucht man die Orte Pfauhausen und Steinbach heute auf der Landkarte, so findet man sie nicht mehr, denn 1938 ging aus dem Zusammenschluss der beiden Orte die neue Gemeinde Wernau am Neckar hervor. Doch die Wurzeln der beiden Dörfer reichen weit zurück. Pfauhausen, am Neckar gelegen, und Steinbach, nur einen Steinwurf von der Schwäbischen Alb entfernt, wurden namentlich Ende des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Beide Orte können auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken.

Wie die meisten Orte, so hat auch hier die lokale Herrschaft das Bild geprägt. In Pfauhausen waren die Herren von Wernau ab dem frühen 14. Jahrhundert bis zu ihrem Aussterben 1696 ansässig. Danach ging der Ort durch Heirat an die von Rotenhan in Neuhausen. 1706 kaufte der Fürstbischof Kardinal Franz von Hutten den Besitz Pfauhausen. Steinbach gehörte den Herzögen von Teck und dem Kloster Salmannsweiler. Bis es 1744 die Freiherren von Palm erwarben, traten hier verschiedene Ortsherren als Besitzer in Erscheinung. Noch heute ist ein Enkel des letzten von Palm im Schloss ansässig.

Die Reformation konnte sich in den beiden Orten nicht durchsetzen, da die Ortsherrschaft an ihrer Religion festhielt. So gehörten Pfauhausen und Steinbach zu den wenigen Orten im reformierten Altwürttemberg, die an ihrem alten katholischen Glauben festhielten. Bei der Säkularisierung bzw. Mediatisierung 1806 gelangten die beiden Dörfer, da sie reichunmittelbar waren, an das Königreich Württemberg.

1796 kam der fortschrittliche Pfarrer Benedikt Maria von Werkmeister nach Steinbach, durch den das Leben im Ort neue Impulse erhielt. Werkmeister war zuvor Hofprediger am württembergischen Hofe unter Herzog Karl Eugen gewesen und gehörte zu den führenden Köpfen der Aufklärung. 1808 führte er die allgemeine Schulordnung in Württemberg ein. Im gleichen Jahr zeichnete ihn König Friedrich von Württemberg mit dem Civil-Verdienst-Orden aus, mit dem auch der persönliche Adel verbunden war. 1818 ging Werkmeister als Oberkirchenrat nach Stuttgart.

Aus den Bauerndörfern wurden allmählich Handwerkergemeinden. Schon im frühen 20. Jahrhundert kam es zu Verhandlungen über den Zusammenschluss der zwei Dörfer. Doch es sollte noch über zehn Jahre dauern, bis die Vereinigung  tatsächlich vollzogen werden konnte. Den Namen der neu gegründeten Kommune übernahm man vom Geschlecht derer von Wernau, die fast 400 Jahre die Ortsherrschaft in Pfauhausen ausübten. So findet man auf den Landkarten seit 1938 den Ortsnamen Wernau anstelle der früheren Dorfnamen Pfauhausen und Steinbach.

Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte Wernau einen rasanten Aufschwung. Daneben stellte der starke Zustrom von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen hohe Anforderungen an die Gemeindeverwaltung. Außerdem musste die Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Bei der Zusammenlegung 1938 hatte die Gemeinde 2.816 Einwohner. Als Wernau dann 1968 zur Stadt erhoben wurde, waren es bereits 12.170 Gemeindemitglieder. 

Andreas Merkle

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Wappen

Mit dem Namen übernahm die Gemeinde auch das Wappen der Herren von Wernau: ein weißes Schild mit schwarzen Balken, den drei goldene Kugeln zieren. Die drei goldenen Kugeln oder Brotlaibe erinnern an die bis heute lebendig gebliebene Nikolauslegende des berühmten Bischofs Nikolaus von Myra aus der Frühzeit des Christenturms (4. Jahrhundert). Er verhalf drei armen Mädchen zu Aussteuer und Hochzeit, indem er ihnen nachts dreimal hintereinander unbemerkt drei Goldbeutel durchs Fenster warf. Beim letzten Mal erwachte der Vater der Mädchen und eilte St. Nikolaus nach. Als er ihn eingeholt hatte, erkannte er den ehrenwerten Mann, fiel vor ihm nieder und wollte ihm die Füße küssen. Das verweigerte St. Nikolaus und der Vater musste ihm versprechen, dass er niemanden davon erzählen werde, so lange er lebe. Laut Denzinger-Chronik gehen die drei Goldkugeln im Wappen der Herren von Wernau zurück auf den Namen „Niklaus-Au“, später „Wernerau“, bis sich schließlich Wernau bildete.

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